er so gelb, dass er, obwohl fruchtlos, wegen Gelbsucht
behandelt wurde. (Eine Schwester gab jedoch später an, dass
er schon seit 15 Jahren sehr dunkel gewesen sei. Auch fand sich,
dass er immer dunkel gewesen war, wie seine Mutter.) G.
sah ihn zuerst im Juni 1856, nachdem er seit Weihnachten Schmerzen
in der Lendengegend und dem Bauch und die Empfindung grosser Hitze
gehabt hatte. Die Haut war sehr dunkel, gelbbraun. Seit Ende Januar
angehaltener Stuhl, Ausleerungen bald hell, bald dunkel, Zunge rein,
zeitweise Erbrechen der Nahrung, trüber Harn. Die dunkle
Hautfarbe nahm noch zu. Sie war allgemein, jedoch stellenweis
stärker, z. B. um die Brustwarze; dunkle Flecke am Knie,
den Händen, der Lippenschleimhaut, besonders aber an den
Genitalien. Die dunkelgelbbraune Färbung des Körpers
glich der eines Mulatten, die der Geschlechtstheile der eines Negers.
Er empfand ferner etwas, was ihn hielt, vom Nabel bis sum Rücken,
grosse Schwäche in dem letzteren, war zuletzt unfähig zu
stehen u. s. w. Unter Husten, Erbrechen, Abmagerung erfolgte der Tod
am 7. Juni 1859. Alte Knoten in den Lungenspitzen. Doppelter
Psoas-Abscess, ausgehend von Caries der 2 letzten Dorsal- und 2
obersten Lumbarwirbel. Die linke Nebenniere mit einer trockenen,
weissen, käsigen Masse gefüllt; die rechte nur partiell
entfernt, jedoch scheinbar in derselben Weise verändert. Hr.
Von diesen 13 Fälle gehören 2 (Nro. 9 und 10) dem Krebs, alle übrigen entweder der Tuberkulose oder der skrophulösen Eiterung an, denn von mehreren, z. B. Nr. 6 und 7, ist die Beschreibung so mangelhaft, dass man nichts über die Natur des Uebels ausmachen kann. Am wichtigsten würden die Fälle Nr. 4, 6, 7 und 8 sein, da in ihnen kein anderes Organ ausser den Nebennieren auffällige Veränderungen darbot. Ref. kann hier sein Bedenken schon desshalb nicht unterdrücken, als ihm Leichen, welche nach so langer Zeit der Erkrankung so wenig Organveränderungen darbieten, eigentlich gar nicht vorkommen, und er daher nicht anstehen darf, die Genauigkeit der anatomischen Angaben in Zweifel zu ziehen. Andererseits verkennt er so wenig jetzt, als früher, dass in der Constanz, mit der sich in so vielen Fällen eine gewisse Verbindung von Symptomen und anatomischen Veränderungen zeigt, was durch die Richtigkeit der schon bei Lebzeiten gestellten, klinischen Diagnose wenigstens scheinbar noch vermehrt wird. Aber gerade deshalb wäre doch auch etwas mehr Sorgfalt in der klinischen und anatomischen Beschreibung zu wünchen. Insbesondere was die Hautfarbe betrifft, so würde sich Ref. anheischig machen, fast zu jeder Zeit aus seiner Krankenabtheilung in der Charité Fälle vorzuführen, auf welche Beschreibung, wie die in Nr. 1-3, 9-12, passen würden, ohne dass noch ein Grund vorliegen dürfte, hier sofort auf Erkrankung der Nebennieren zu schliessen. Um so auffälliger würde es natürlich sein, wenn eine nur einseitige albuminös-kreidige (Nr. 4) oder krebsige (Nr. 10) Erkrankung doch schon die Hautverfärbung einleiten könnte. Hier ist nicht durch die Zahl der Fälle, sondern durch die methodische Untersuchung derselben zu helfen, sonst dürfte es blos dahin kommen, dass die Geschichte des Morbus Addisonii der Geschichte der Plica gleicht.
II. Gegentheilige Beobachtungen
1) Fall des Hrn.
2) Fall der HH.