Jahren kränkelnd, jedoch erst seit 6 Wochen starke Verschlechterung
und Abmagerung und zugleich das lohfarbene Aussehen. Tod unter schneller
Abnahme der Kräfte. Bei der Autopsie gesund Lungen, verkalkte
Kranzarterien des Herzens, Leberkrebs, Krebs der Lumbardräsen.
Die Nebennieren vergrössert, tiefgelb gefärbt, hart un zähe;
die infiltrirte Masse durch ihre körnige und harte Beschaffenheit
von der krebsigen Substanz der Leber- und Lymphdrüsen unterschieden.
10) Fall des Hrn. Ball (aus der Klinik von
Becquerel). Ein 36jähriger Schmied,
mit einem sonnenverbrannten Teint, früher stets gesund, mit 21
Jahren Soldat, 12 Jahre in Afrika, später in den Krimm,
wo er die Cholera hatte. Seit einer Rückkehr (Decbr. 1855)
hat er sich nicht wieder erholt. Vor 4 Monaten Pleuresie, unvollkommen
geheilt aus dem Spitale. Mit neuem Husten am 24. Decbr. 1857
zurüchgekert. Bei der Aufnahme konstatirt man ausser bronchitischen
Erscheinungen eine Vergrösserung der Leber; das Gesicht von der
Sonne stark gebrannt, auf der Stirn eine grosse Zahl kleiner,
scheinbar ekchymotischer Flecke, die von den Augenbrauen bis gegen das
Hinterhaupt sich fortsetzten, jedoch am stärksten in der
Höhe der Stirnhöcker. Auch die seitlichen und hinteren
Theile des Halses sind stark gefärbt, die übrige Körper
normal. Am 27. Jan. Icterus, der sich in den nächsten Tagen immer
stärker entwickelte und auch eine gelbe Färbung des
Schweisses und der Thränen hervorbringt; vom 3. Februar an
Erbrechen, am 14. Ekchymosen um die linke Orbita und vor der
Kniescheibe, zuletzt Diarrhoe und Delirium. Tod am 16. Februar.
In der Kopfhöhle nichts abnormes, in den Lungen keine Tuberkel.
Die Leber sehr gross, 31 Cent. breit, über die vordere Fläche
44, über die hintere 35 Cent. hoch, etwas gelb, mikroscopisch
normale, nur etwas fettreiche Leberzellen. Gallenblase sehr
ausgedehnt durch dicke, schwärzliche Galle. Um die Gefässe
in der Querfurche der Leber etwas krebsige Gewebe. Milz vergrössert;
an der kleinen Kurvatur des Magens ein nicht ulcerirte Magenkrebs von
hartem, fast knorpeligem Gewebe. Rechte Niere und Nebennieren normal,
die letztere 5 1/2 Cent. auf 11 gross. Die linke Niere vergrössert;
die Nebennieren 9 Cent hoch und 16 1/2 lang, ganz mit harter Krebsmasse
erfüllt, die bis in das Nierenbecken perforirte. Auch das
benachbarte Peritoneum zeigte eine speckige Krebsmasse, dagegen die
Lymphdrüsen nicht. (Verf. macht sich grosse Sorgen wegen des
brusquen Icterus, da er keine directe
Obstruction der Gallengänge constatiren konnte.)
11) Fall des Hrn. Page. Ein 17jähriger
Sattler, seit 4 Monaten schwach und unwohl, magerte seitdem ab,
arbeitete jedoch bis 10 Tage vor seiner Aufnahme, wo Erbrechen
eintrat mit etwas Delirien. Bei der Aufnahme leicht ikterische
Hautfärbung, jedoch vollkommen weisse Conjunktiva. Häufiges
Erbrechen, Kreuzschmerz und Brennen unter dem Sternum, Haut Kühl,
fast kalt, Puls 96, sehr schwach, Zunge rein, angehaltener Stuhl,
Harn normal. Unter Zunahme der Schwäche, auch nach Aufhören
des Erbrechens, Delirien und leichtem Coma, starb er 4 Tage nach der
Aufnahme pulslos. Körper sehr abgemagert, Haut überall
etwas verfärbt, von schmutziggelber Farbe, die jedoch nur an den
der Sonne ausgesetzten Stellen der Bronçe sich näherte.
Die mikroskopische Untersuchung zeigte überall in den tieferen
Lagen der Epidermis theils gleichmässig, theils in grösserer
Menge eingelagertes Pigment. Gehirn und Herz normal. In der rechten
Lunge einige crude Tuberkel. Die Gekrösdrüsen durch
Tuberkeleinlagerung vergrössert; auch die solitären und
agminirten Drüsen im untern Ileum sehr geschwollen. Beide
Nebennieren, zumal die linke, vergrössert und so start
tuberkulös infiltrirt, dass nirgends normales Gewebe übrig
blieb.
12) Fall des Hrn. Buss. Ein Mann von 37 Jahren,
kam in Juni 1857 zur Behandlung wegen Schwäche, Uebelkeit und
schlechtem Geschmack. Bald gesellten sich dazu Erbrechen und sein
früher blassgelbes Gesicht nahm ein eigenthümlich
sonnenverbranntes Aussehen an, obwohl er leugnete, der Sonne oder
dem Wind ausgesetzt gewesen zu sein. Bei genauerer Untersuchung
zeigte sich Dämpfung an den Lungenspitzen und eine
Verkrümmung der Wirbelsäule in der Gegend des 6.-7.
Dorsalwirbels, wo er 4 Jahre zuvor einen Abscess (mit partieller
Paraplegie) gehabt hatte. Damals war die Hautfarbe blassgelblich
und nur Gesicht und Hände bronçirt. Nach der Aussage
seiner Frau war diese Veränderung seit etwa 6 Monaten eingetreten,
begleitet von gastrischen Symptomen und zunehmender Abmagerung.
Beim Druck auf den 10. Dorsalwirbel Schmerz; Harn normal. Das
Erbrechen stand unter dem Gebrauche von Magnesiasulphat nach
Dr. Stegali`s Vorschrift (10 Gr. in 1/2
Unze Wasser jede Stunde), allein die Erschöpfung nahm schnell
zu. Tod in einer Woche. Alles in der Leiche normal, nur Tuberkel
in den Lungenspitzen und die verkleinerten, ihres Gewebes ganz
beraubten Nebennieren gämzlich in skrophulöse Substanz
verwandelt.
13) Fall des Hrn. Glover. Ein 39jåhriger
Heizer in einer chemischen Fabrik, der seinen Vater und einen Bruder
an Phthisis, 2 oder 3 Schwestern als Kinder verloren hatte, fiel vor
etwa 8 Jahre sehr schwer und fühlte ein Verletzung seines
Rückens; vor 5 Jahren wurde
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